Aus Alt mach wieder Neu: Sanierung und Erhalt von Wohnraum stark nachgefragt

MAG. PHILIPP STOSSIER

Ihr Experte für Insolvenz- und

Immobilienrecht, Unternehmens-

und Wirtschaftsrecht.

Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Mit einer neuen oberösterreichweiten Sanierungsoffensive setzt man vor allem auf den Erhalt von Wohnraum. Die OÖ Landesregierung beschloss die Sanierungsverordnung Neu am 11. Mai. Diese trat mit 1. Juni in Kraft.

Oberösterreich ist Spitzenreiter bei Sanierungen, mehr als ein Drittel aller Instandsetzungen in ganz Österreich entfallen auf Oberösterreich, gleich ob Wohnung oder Haus, das gesamte Objekt oder Teilbereiche. Vor allem neue Dämmungen aber auch der Einsatz von nachhaltigen Ressourcen findet statt. Daher wird eine neue Sanierungsverordnung umgesetzt. Die Kernpunkte sind:

  • Anreize zur Nachverdichtung und
  • eine sinnvolle Nachnutzung verbauter Liegenschaften zu schaffen

Neben der ökologischen Komponenten werden auch wirtschaftliche Mehrwerte erzielt. Laut der Fördergesellschaft für Wohnen, kurz FGW, wird eine Million Euro umgesetzt sowie circa 40 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Förderungen bei Eigenheimen

Bisher traten unterschiedliche Sanierungsstufen in Kraft. Wurde das Eigenheim saniert wurde ein Annuitätenzuschuss zwischen 25 und 40 Prozent, abhängig von der energetischen Stufe des Hauses, ausbezahlt. Diese thermischen Sanierungsstufen fallen nun gänzlich weg. Neu ist ein Modell mit Pauschalbeträgen und Boni für gewisse Sanierungsmaßnahmen: Maximale Darlehnshöhen, alternativ wählbare Förderzuschläge bis hin zu kombinierbaren sieben Boni: Wohneinheitenbonus, Denkmalbonus, Ökologiebonus, Ortskernbonus, Energetischer Bonus, Installationsbonus und ein Kaufbonus.

Dämmen soll nur noch bis zum „kostenoptimalen Niveau“ gefördert werden. Das Geld wird in die Nachverdichtung und in den Bodenverbrauch investiert. Zuschüsse werden je nach Sanierungsart zugesprochen. Wird zum Beispiel eine umfassende Sanierung eines Eigenheims mit maximal 50.000 Euro gemacht, schießt das Land OÖ ein Viertel des förderbaren Darlehens zu. Als Alternative kann zum Zuschuss auch ein einmaliger, nicht rückzahlbarer Bauzuschuss gewährt werden. Neben den Pauschalbeträgen können auch Förderzuschläge geleistet werden. Wird bei der Sanierung eine weitere Wohnung geschaffen, erhöht sich das förderbare Darlehn um 8.000 Euro. Bei denkmalgeschützten Gebäude erhöht sich dieses um den Denkmalbonus von 5.000 Euro. Mineralölbasierte Dämmstoffe sichern einen zusätzlichen Ökologiebonus.

Förderungen im öffentlichen Wohnbau

Vollständig neu ist das Modell „Abriss-Neubau“, das nun auch im Wohnbau anwendbar ist, wenn mehr als drei Wohneinheiten betroffen sind. So soll mehr Verdichtung entstehen. Wird also der Bestand saniert bzw. neue Wohnungen geschaffen werden maximal 850 Euro je Quadratmeter Nutzfläche zugeschossen. Der Betrag erhöht sich, je mehr dazu gebaut wird. Mit diesen neuen Förderungen soll der Anreiz zur Errichtung der Nachverdichtung und der ressourcenschonenden Schaffung und Erhaltung von Wohnraum gegeben werden.

Neu im Bereich Wohnbau 2020

Der Schwerpunkt liegt klar in der Schaffung von leistbaren Wohnräumen und dies mittels sozialen Wohnbau. Auch beim Bau von Eigentum wurden die Konditionen verbessert. Seit Jahresbeginn wurde der Zinssatz gesenkt, auf eine Laufzeit von 20 Jahren.

ACHTUNG

Förderungsanträge für Sanierungen, Um- oder Zubauten müssen unbedingt vor Projektbeginn oder Baustart bei der jeweiligen Förderungsstelle eingereicht werden. Nur mit vollständig ausgefüllten Unterlagen und einer zeitgerechten Einreichung findet eine Bearbeitung statt.

MAG. PHILIPP STOSSIER

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