Besichtigung 2.0: physisch vs. virtuell – jedenfalls aber mit Checkliste

MAG. PHILIPP STOSSIER

Ihr Experte für Insolvenz- und

Immobilienrecht, Unternehmens-

und Wirtschaftsrecht.

Die Coronapandemie hat aufgezeigt, dass die Digitalisierung in allen Branchen notwendig und auch möglich ist. So auch am Immobiliensektor mit Besichtigungen mittels 360 Grad-Views und digitalen Rundgängen in Wohnungen und Häuser. Einen realen Check der Immobilie mit definierter Liste für Besichtigungen sollte aber auch die Digitalisierung nicht verdrängen.

Die Coronakrise dämpft auf der einen Seite aktuell den Wunschtraum vom Hausbau. Die Immobilienpreise geraten unter Druck. Die Menschen nehmen sich aufgrund von Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit zurück. Doch dann zeigen sich laut Experten auch wieder positive Aspekte. Die Suchanfragen nach Immobilien zum Kaufen oder Mieten steigen nach einem kurzen Dämpfer zu Beginn der Coronapandemie wieder stark an. Das Interesse ist sogar aktuell höher als vor der Krise. Die Angebote sind jedenfalls am Markt.

Hat man sich für ein Objekt entschieden, geht es um die Besichtigung. Diese sind in Zeiten von Social Distancing oder den verordneten Maßnahmen wie einem Mund-Nasenschutz für viele nicht sehr ansprechend. Der persönliche Rundgang in einem Haus oder einer Wohnung ist nur eingeschränkt möglich. Virtuelle Besichtigungen sind die Alternative.

Vorteile:

  • Die Immobilien können örtlich und zeitlich flexibel besichtigt werden
  • Die Qualität der Anfragen erhöht sich

Nachteil:

Ist der erste Eindruck am Computer oder Smartphone vielversprechend, kommt es im nächsten Schritt dazu, dass Makler oder Verkäufer durch die Immobilie gehen und mittels Videochat Fragen der potenziellen Käufer beantworten. Aufgrund der oftmals vorherrschenden großen Euphorie, werden dabei – und vor allem digital – Schäden und Mängel übersehen. So kann – oft erst nach dem Abschluss des Kaufvertrags oder des Mietvertrags – der Wohntraum schnell zum Albtraum werden.

Mit der Checkliste zum Wohntraum

Der Experte empfiehlt unbedingt, mit einer Checkliste auf Besichtigungstour zu gehen, gleich ob diese physisch oder virtuell ist. Die Checkliste sollte sämtliche Themen enthalten wie:

  • Lage/Infrastruktur
  • Ist ein Abstellplatz fürs Auto vorhanden, vielleicht sogar eine Garage
  • Gibt es Fördermöglichkeiten für das Objekt

Aber auch spezifische Punkte umfassen wie:

  • In welchem Zustand sind Fenster und Türen
  • Sind Wände, Decken und Böden saniert, neu gestrichen, etc.
  • In welchem Zustand sind die Sanitärräume und die Küche
  • Welche Heizung ist installiert
  • Sind die Sicherungen der Elektroinstallationen intakt
  • Befindet sich Feuchtigkeit im Keller
  • Gibt es einen Hausbesorger
  • Wer wohnt in der Nachbarschaft und vieles mehr.

Hier finden Sie eine empfohlene Checkliste für Besichtigungen von Immobilien zum Download.

Ein Haus- oder auch ein Wohnungskauf sowie auch die Miete einer Immobilie sind kein alltägliches Geschäft. Daher sollte man sich unbedingt bestmöglich über ein Objekt informieren, bevor Zusagen oder Unterschriften getätigt werden.

MAG. PHILIPP STOSSIER

Ihr Experte für Insolvenz- und

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