Athleten während und nach Verletzungen nicht hängen lassen

MAG. PHILIPP STOSSIER

There is no denying the fact that the success of an advertisement lies mostly in the headline.

Sind Sportler Arbeitnehmer bei einem Verein oder Verband, selbstständige Einzelkämpfer oder aus Lust und Laune heraus als Hobbysportler unterwegs? Bei der Klärung dieser oftmals schwierig zu klärenden arbeits- und sozialrechtlichen Grundfragen sind Vereinsorgane, Sponsoren und Verbände gut beraten, rechtlichen Beistand zu konsultieren.

Ein wichtiges Urteil für die gesamte Sportwelt ist im Zusammenhang mit dem Unfall von Skispringer Lukas Müller, der bei einem Sturz als Vorspringer seit der WM 2016 im Rollstuhl sitzt, ergangen. Die zuständige Gebietskrankenkasse ging rechtlich richtig vom Vorliegen eines Dienstverhältnisses und somit von einem Arbeitsunfall aus. Der ÖSV, der seinen Unfall als Freizeitunfall einstuften, ging gegen diesen Bescheid der Gebietskrankenkasse über mehrere Instanzen vor, dessen Richtigkeit nun vom Verwaltungsgerichtshof bestätigt wurde. Damit ist Müller nun bis an sein Lebensende finanziell abgesichert. Der VwGH hat damit seine bereits seit langem bestehende Rechtsprechung zu Berufssportlern und Amateursportlern, die in persönlicher Abhängigkeit gegen Entgelt für einen Verein oder Verband tätig sind, bestätigt.

Zur Beurteilung ob ein Sportler im Einzelfall Dienstnehmern im Sinne des ASVG und damit anzumelden ist, rate ich, insbesondere auch um mögliche Haftungen zu vermeiden, einen Anwalt des Vertrauens zu konsultieren. Auch Sportler sind nach einer Sportverletzung gut beraten bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche anwaltlichen Beistand hinzuzuziehen, da die Anerkennung als Arbeitsunfall weitreichende Konsequenzen für das weitere Leben hat.

Weitreichende Folgen
Dieses Urteil des Verwaltungsgerichtshofes soll nun nicht nur für besonders risikoreiche Sportarten, sondern wirklich für alle, als Präzedenzfall herangezogen werden. Es geht um die gesetzliche Versicherung und vor allem auch Absicherung für Sportlerinnen und Sportler, gleich ob in einem Verband oder Verein tätig, oder als ambitionierte Hobbysportler welche sich etwa in einer persönlichen Abhängigkeit zu einem Sponsor befinden. Aber auch für Sponsoren hat dieses Urteil weitreichende Bedeutung, da auch die Beziehung zum gesponsorten Sportler ein Dienstverhältnis sein kann, wenn der Sponsor beim Training, bei den zu absolvierenden Wettkämpfen, etc. eingebunden ist.

  • Berufssportler/Profisportler

Dies sind alle, die mit der Ausübung des Sports den gesamten Lebensunterhalt verdienen. Sie haben Verträge mit Vereinen und es liegt ein Dienstvertrag vor. Dieser führt zur Anwendung sämtlicher einschlägiger arbeitsrechtlicher und sozialversicherungsrechtlicher Regelungen: Urlaubsrecht, Arbeitszeit, etc. Der Vertragspartner ist verpflichtet den Sportler dem ASVG entsprechend zu versichern und anzumelden.

  • Vereinssportler/Hobbysportler

Diese Sportler erhalten für die Ausübung keine Gegenleistung. Damit ergibt sich keine rechtliche Verpflichtung, dass die Sportart ausgeübt werden muss aber auch keine Gegenleistung wie einen Dienstvertrag. Arbeits- oder sozialversicherungsrechtliche Regelungen sind daher nicht möglich.

  • Halbprofis/Nebenberufssportler

Diese Sportler erhalten eine Gegenleistung für die Ausübung, dies ist jedoch nicht primär ihr Lebensunterhalt. Der Sport ist sozusagen ihr Zweitjob. Diese Einordnung ist eine große Herausforderung und rechtliche Grauzone.

Die Absicherung von Sportler
Ein aktueller Fall, die Vertretung eines Sportlers nach einer schweren Verletzung bei der Ausübung, zieht sich bereits seit 2013. Grund dafür ist, dass die Gebietskrankenkasse und auch die Pensionsversicherungsanstalt oftmals den Einzelfall bis in die letzte Instanz treiben und dies für den Betroffenen eigentlich unzumutbar ist. Es lohnt sich als Sportler, gleich ob Profi, Amateur oder nebenbei, eine Rechtsberatung in Anspruch zu nehmen, um sich bei Unfällen geschützt und finanziell abgesichert zu wissen.

MAG. PHILIPP STOSSIER

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