Die Krise mit drohender Insolvenzwelle ist noch nicht vorbei

MAG. PHILIPP STOSSIER

Ihr Experte für Insolvenz- und

Immobilienrecht, Unternehmens-

und Wirtschaftsrecht.

Vor allem in den nächsten Wochen wird es für Unternehmer von Klein- und Mittelbetrieben aber auch für Private noch wichtiger sein die Finanzen im Auge zu haben. Die Auswirkungen der Coronakrise mit einem Shut down wirken sich vor allem auch bis zum Herbst auf Liquidität aus: Es gilt die Welle zu reiten und sich keinesfalls runterziehen zu lassen.

In den letzten Wochen und Monaten kam an der Coronapandemie niemand vorbei: die wohl größte Gesundheits- und Wirtschaftskrise ist jedoch noch nicht gebannt. Experten gehen von einer Insolvenzwelle in den kommenden Monaten bis spätestens Anfang 2021 als Spätfolge der Coronakrise aus. Diese werde vor allem KMUs hart treffen. Denn ab jetzt laufen nach und nach Fristaufschübe für Steuern, Abgaben und Rechnungen aus.

Es ist fünf vor zwölf: Sorge um Klein- und Mittelbetriebe 

Zahlreiche KMUs in Österreich sind bereits „ausfinanziert“, was bedeutet dass keine eigenen Sicherheiten mehr zur Verfügung stehen. Neue Kredite oder auch eine Erweiterung des bestehenden Kreditrahmens können daher nur mit privaten Sicherheiten oder – wenn diese bereits zur Verfügung gestellt wurden – nicht mehr aufgenommen werden. Die Schulden sind also bereits da, umso wichtiger ist es daher, Überschuldungssituationen soweit als möglich rasch zu beseitigen, also schnell wieder abzubauen. Neuaufträge generieren, Vertragsverhandlungen mit Kunden und Lieferanten führen, neue Geschäftsfelder erschließen – dies sind nur einige Impulse für Unternehmer, um die Liquidität weiterhin zu gewährleisten und damit Kredite und Schulden zurückzahlen zu können. Wenn Unternehmen dies umsetzen können, würde die Insolvenzwelle eher flach bleiben.

Doch in vielen Branchen läuft das Geschäft eher schleppend weiter bzw. wieder an. Daher ist zu befürchten, dass wenn die gestundeten Abgaben fällig werden eben nicht genügen Geldmittel zur Verfügung stehen und man sich derer bedienen kann. Die nächsten Wochen sind ausschlaggebend.

Transparenz und Ehrlichkeit

Für Private und Kleinunternehmer werden Zinszahlungen, Tilgungen oder auch Pauschalraten ausgesetzt oder bis Oktober verlängert. Moratorien also ein Aufschub bzw. eine Übereinkunft zwischen Gläubiger und Schuldner Schuldendienste vorläufig zu unterlassen oder aufzuschieben vor allem von Sozialversicherungen und Finanzamt wirken nach. Aber gänzlich aufzuhalten sind diese Probleme nicht, lediglich etwas aufschiebbar.

Eine Analyse der Unternehmenssituation ist ein erster wichtiger Schritt, um eine drohende Insolvenz abzuwehren. Besser vorab informieren, ehrlich die Zahlen auf den Tisch legen, über potentielle Szenarien offen sprechen, als dann Insolvenzauslöser und Fristen zu übersehen. Sanierungsspezialisten können über mögliche Szenarien informieren und unterstützen.

MAG. PHILIPP STOSSIER

Ihr Experte für Insolvenz- und

Immobilienrecht, Unternehmens-

und Wirtschaftsrecht.