Gesamthaft kalkuliert: Wären All-Inklusiv- Mietverträge die Lösung?

MAG. PHILIPP STOSSIER

Ihr Experte für Insolvenz- und

Immobilienrecht, Unternehmens-

und Wirtschaftsrecht.

Kaltmiete, Warmmiete, extra Betriebskosten, Nebenkosten – Mieten explodieren und monatlich kommen zusätzliche Zahlungen für Mieter hinzu.

Wohnraum wird knapp, Kaufpreise sind beinahe unerschwinglich, Mieten steigen enorm an. Und dann sind auch noch die Betriebskosten wie Wasser Müll, Kanalgebühren oder auch Hauserhaltungsgebühren aus dem Mietpreis ausgenommen. Mieten im Bereich bis zu 500 Euro – klingt für viele erschwinglich und nach einem tollen Angebot. Doch der Nachsatz, zuzüglich Betriebskosten, Strom, etc. ist dann bereits nicht mehr so prickelnd. Fraglich ist, ob der immer lauter werdende Ruf nach All-Inklusiv-Mietverträgen das Leben für alle Beteiligten einfacher machen würde.

Mietverträge, gerade für Wohnräume, mit Flatrates sind bislang die absolute Ausnahme. Dies liegt insbesondere daran, dass gemäß dem Heizkostenabrechnungsgesetz bei einem Gebäude mit zumindest vier Nutzungseinheiten der Verbrauch pro Einheit nach dem tatsächlichen Verbrauch abzurechnen ist. Meines Erachtens sollte auch jeder Stromkunde seinen eigenen Stromliefervertrag und seinen eigenen Zähler haben und sich seinen Lieferanten und seinen Strommix selbst auswählen können.

Es ist darüber hinaus zu befürchten, dass Mieter im Falle einer Flatrate bei Heizung und Strom sorgloser mit ihrem Energieverbrauch umgehen was einer allseits geforderten rationellen und sparsamen Energieverwendung entgegensteht.

Ebenso verhält es sich bei der Weiterverrechnung von Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten. Für Vermieter besteht im Falle einer Flatrate das Risiko, dass Mieter wesentlich sorgloser mit dem Mietgegenstand und der allgemeinen Anlagen des Hauses umgehen, als wenn sie dafür selbst aufkommen müssten.

Bei den derzeitigen mit der Vermietung von Wohnraum zu erzielenden Renditen, ist dem Vermieter die Übernahme von zusätzlichen Risiken nicht zu raten.

Nachdem die Weitergabe von Betriebskosten an den Mieter nur im Vollanwendungsbereich des Mietrechtsgesetzes (MRG) geregelt ist, muss bei der Erstellung von Mietverträgen hinsichtlich Wohnungen, die nicht dem MRG unterliegen, besonderes Augenmerk auf den Katalog der vom Mieter zu tragenden Betriebskosten gelegt werden, um das Risiko Betriebskosten aus Eigenem tragen zu müssen und damit die Rendite zu verringern, zu minimieren.

Rechtliche Unterstützung bei Mietverträgen

Der Mieter ist berechtigt die Überprüfung der Betriebskostenabrechnung bis zu drei Jahre rückwirkend zu verlangen. Fachlich kompetente Anwälte mit Schwerpunkt im Bereich Liegenschafts-, Wohn- und Immobilienrecht sowie im Mietrechtsgesetz unterstützen bei Fragen rund um Mietverträge, Mietkosten und/oder Immobilienthemen.

MAG. PHILIPP STOSSIER

Ihr Experte für Insolvenz- und

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